13. Juli 2026
von Dr. Janina Messerschmidt
Bürgerenergiegenossenschaften vorgestellt: Die NaturEnergie Fläming eG
Interview mit Harald Lacher
Gründungsmitglied und jetziger Vorstand der NaturEnergie Fläming eG
Harald Lacher ist Energieberater und hat Chemietechnik in Dortmund studiert; sein Interesse an erneuerbaren Energien zeigte sich schon früh, unter anderem in seiner Diplomarbeit zum Thema Brennstoffzellen in Zusammenarbeit mit Viessmann. 2004 ließ er sich zum Energieberater umschulen und schloss später berufsbegleitend einen Master in Kommunalwirtschaft in Eberswalde ab. Anschließend war er Leiter der Energiewirtschaft bei den Stadtwerken Bad Belzig, wo er sich intensiv mit Bilanzkreisen, Stromprodukten und dem Vertrieb von Fernwärme befasste. Seit 2021 ist er wieder selbstständig als Energieberater tätig – für Wohn- und Nichtwohngebäude –, engagiert sich zudem für die Verbraucherzentrale sowie im IHK-Ausschuss und steht häufig als Ansprechpartner für Medien zum Thema Energie zur Verfügung.

Kurzbeschreibung der NaturEnergie Fläming eG
Projekte: Aktuell 7 PV-Dachanlagen
Region: Fläming
Sozial gerecht
Demokratiestiftend
Wirkungsvolle Zusammenarbeit zwischen Kommune und Zivilgesellschaft
Wo Bürgerenergie mitentscheidet, wird die Energiewende gerecht – Demokratie und Klimaschutz gehören zusammen.“
Entstehung und Motivation
Wie kam es zur Gründung der Genossenschaft? Wie war die Stimmung? Gab es Widerstände?
2010 kam ich auf einer Veranstaltung in der Bremer Botschaft in Berlin erstmals aufgrund der verschiedenen Energiekonzepte 2050 für Deutschland zum Entschluss vor Ort in Bad Belzig gemeinsam mit anderen die erneuerbare Energien auszubauen. Seit 2006 wohnte ich bereits in einer Wohnungsbaugenossenschaft. Daher lag eine Energiegenossenschaft nahe. Ich sprach die Bürgermeisterin von Bad Belzig an, im Februar 2011 fand die erste Infoveranstaltung statt, im April 2011 folgte die Gründung, und bereits im Herbst desselben Jahres gingen die ersten Anlagen ans Netz. Die Stadt zeigte sich von Anfang an offen und stellte Dächer zur Auswahl bereit – Widerstände gab es kaum, auch wenn sich die beteiligten Menschen im Laufe der Zeit natürlich veränderten. Ein wichtiges Gründungsmitglied und prägend für die Arbeit der Genossenschaft ist der inzwischen verstorbene Uwe Stahn. Heute wird die Genossenschaft von einem Vorstand aus Jens Höhn, Andreas Schiller und mir geführt, wobei aktuell noch eine weitere Vorständin gesucht wird. Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen aus Bernd Koppelmeier (Vorsitzender), Heiko Bansen (Stellvertreter), Ulrike Wodel (Schriftführerin) und Maria Arat (Geschäftsführerin der Sozialen Arbeit Mittelmark).
Wenn Du jemandem, der noch nie von einer Energiegenossenschaft gehört hat, in einem Satz erklären müssten, was diese tun – was würdest Du sagen?
Eine Energiegenossenschaft ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, die Energiewende gemeinsam und vor Ort selbst in die Hand zu nehmen – indem sie eigene Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen und gleichzeitig von den Erträgen ihrer Investition profitieren.“
Warum eine Genossenschaft – und nicht ein Verein, eine GmbH oder etwas anderes? Was hat Dich an dieser Rechtsform überzeugt?
Am Anfang haben wir uns tatsächlich alle Rechtsformen genau angeschaut – Verein, GmbH und eben die Genossenschaft. Das war ein offener Prozess, bei dem wir gemeinsam abgewogen haben, was am besten zu unserem Vorhaben passt. Am Ende hat uns die Genossenschaft überzeugt, weil sie zutiefst demokratisch organisiert ist: Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig davon, wie viele Anteile es hält. Das bringt die Mitglieder viel näher an die Genossenschaft heran, als es bei anderen Rechtsformen der Fall wäre. Ehrlich gesagt waren wir dabei auch ein Stück weit naiv – wir haben sehr auf das solidarische Prinzip vertraut. Aber genau dieses Vertrauen, verbunden mit der regelmäßigen Prüfung durch den Prüfverband, die zusätzliche Sicherheit und Seriosität schafft, hat sich am Ende als goldrichtig erwiesen.
Wenn Du zurückblickst: Was war die größte Herausforderung? Bürokratie, Finanzen, Menschen mobilisieren – was hat am meisten Kraft gekostet?
Wenn ich zurückblicke, war es tatsächlich weniger die technische Seite, die uns gefordert hat – dort lief es überraschend reibungslos. Die größere Herausforderung war eher die wirtschaftliche und regulatorische Seite: Mit der EEG-Umlage kamen zusätzliche Zahlungen auf uns zu, die Einspeisevergütung hat abgenommen und insgesamt ist die Wirtschaftlichkeit unserer Anlagen über die Jahre spürbar schwieriger geworden – der Aufwand hat stetig zugenommen. Besonders unsere größte Anlage, die in der Direktvermarktung läuft, arbeitet leicht defizitär und muss über die anderen Projekte gegenfinanziert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Regularien ständig ändern – und ein kleines Unternehmen wie unseres kann solche Schwankungen nur begrenzt abfedern. Auch die jährlichen Prüfungen durch den Prüfverband waren zeitweise mit hohem Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden, die wir mittlerweile aber deutlich senken konnten. Technische Probleme gab es kaum – letztes Jahr haben wir einen Bußgeldbescheid von der E.DIS für einen aus der Ferne scheinbar nicht aktivierbaren Rundfunksteuerempfänger erhalten. Eine Prüfung durch einen Elektrofachbetrieb ergab aber keinen Fehler und der Rundfunksteuerempfänger ist seitens der E.DIS verblombt. Daher haben wir eine Zurücknahme des Bescheides veranlasst. Das Verfahren ist noch offen und bisher gab es noch keine Rückmeldung seitens der E.DIS, außer einer Eingangsbestätigung unseres Widerrufs.
Was die Genossenschaft macht
Was macht die NaturEnergie Fläming eG ganz konkret? Könntest Du uns durch ein Projekt führen – von der Idee bis zur Umsetzung?
Ein gutes Beispiel ist unser Projekt in Arensnest. Das ist eine ehemalige Schäferei, die heute als Wohnprojekt mit rund 30 Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt wird – Wohnen und Landwirtschaft unter einem Dach. Angestoßen wurde das Projekt seinerzeit von Uwe Stahn, der den Kontakt hergestellt und die Verträge eingefädelt hat. Wir haben dann einen Generalauftrag an einen regionalen Solarteur, Karsten Stelzig, vergeben, der das Dach mit einer 30-kWp-Anlage ausgestattet hat – das Dach selbst musste zuvor ohnehin saniert werden, sodass sich das perfekt kombinieren ließ. Ergänzt wird die Anlage durch einen Tesla-Speicher und eine Notstromfunktion, sodass eine sehr hohe Eigenverbrauchsquote erreicht wird; den restlichen Strombedarf decken wir als BEG über den Stromzukauf mit ab – die Genossenschaft unterstützt also nicht nur bei der Erzeugung, sondern auch beim Zukauf. Der Landkreis hat das Projekt sogar mit dem Agenda-Preis ausgezeichnet, weil es beispielhaft zeigt, wie erneuerbare Energien mit hohem Eigenverbrauch und dem Zusammenspiel von BEG und WEG funktionieren können. Auch nach der Installation bleiben wir als Genossenschaft eng eingebunden: Wir übernehmen die Wartung und Betriebsführung, die Anlage ist fernauslesbar, sodass wir jederzeit den Überblick behalten. Und ganz grundsätzlich ist es uns wichtig, unsere Aufträge – wie auch bei diesem Projekt – möglichst lokal und regional zu vergeben.
Wer profitiert von Eurer Arbeit – und in welcher Form? Wer bekommt was zurück?
Von unserer Arbeit profitieren mehrere Seiten gleichzeitig. Die Stadt Bad Belzig selbst ist einer der größten Nutznießer – wir versorgen hier die Albert-Baur-Halle, die Grundschule Geschwister Scholl und die Kleine Grundschule Dippmannsdorf mit erneuerbare Energie. Auch die Soziale Arbeit Mittelmark (SAM) profitiert direkt, da sie an unserer größten Anlage beteiligt ist. Unsere Mitglieder wiederum erhalten eine Rendite auf ihre Anteile – und perspektivisch könnten sie, etwa über das Thema Energy Sharing, künftig auch direkt von günstigerer, selbst erzeugter Energie profitieren. Nicht zuletzt profitieren auch die regionalen Solarteure, mit denen wir zusammenarbeiten, da wir unsere Aufträge bewusst lokal und regional vergeben. Insgesamt schaffen wir damit einen Mehrwert, der weit über die reine Stromerzeugung hinausgeht und der Region auf ganz unterschiedlichen Ebenen zugutekommt
Gibt es Projekte oder Ideen, die Ihr noch nicht umgesetzt habt, aber gerne würdet?
Ja, auf jeden Fall. Ein konkretes Vorhaben ist zum Beispiel das Kodorf in Wiesenburg, das noch passende PV-Anlagen braucht; hier denken wir über ein neues Modell nach, nämlich eine Anlagenpacht mit Vor-Ort-Versorgung. Richtig reizvoll finde ich darüber hinaus das Thema Energy Sharing. Das ist allerdings mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden und würde ein eigenes Energieteam innerhalb der Genossenschaft erfordern. Da stellt sich dann auch die grundsätzliche Frage: Lässt sich das noch ehrenamtlich stemmen, oder braucht es dafür hauptamtliche Strukturen? Denn schon jetzt beschäftigen wir eine Honorarkraft für die Buchhaltung. Das sind also spannende Zukunftsthemen, bei denen wir aber noch genau abwägen, wie wir sie organisatorisch sinnvoll umsetzen können.
Warum mitmachen?
Was würdest Du jemandem sagen, der überlegt, Mitglied zu werden – warum lohnt es sich?
Wer überlegt, Mitglied zu werden, dem würde ich sagen: Es lohnt sich, weil man damit die Möglichkeit bekommt, die Energiewende selbstbestimmt und vor Ort mitzugestalten – statt sie nur zu beobachten. Aktuell wird der Ausbau erneuerbarer Energien vielerorts vor allem von großen Investoren getrieben, die eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen, während die Interessen der Kommunen und ihrer Bürgerinnen und Bürger oft zu kurz kommen. Genau hier setzt eine Bürgerenergiegenossenschaft an: Sie gibt den Menschen vor Ort eine Stimme und ein Mitspracherecht, sorgt dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt, und stellt sicher, dass die Energiewende tatsächlich im Sinne der Kommune gestaltet wird. Mitglied zu werden heißt also, aktiv Verantwortung zu übernehmen und mitzuentscheiden, statt nur Zuschauer einer Entwicklung zu sein, die andere bestimmen.
Wer sind Eure Mitglieder – wer kommt zu Euch? Gibt es überraschende Profile?
Am Anfang waren unsere Mitglieder überwiegend im Alter 50 plus – Menschen, die schon etwas gefestigter im Leben standen und bereit waren, sich langfristig zu engagieren. Mittlerweile beobachten wir aber eine erfreuliche Entwicklung: Es kommen zunehmend auch jüngere Mitglieder und ganze Familien dazu. Der Schwerpunkt liegt zwar nach wie vor bei der Altersgruppe 50 plus, aber die Durchmischung wird insgesamt bunter – und das freut uns natürlich sehr, weil es zeigt, dass das Thema Energiewende über alle Generationen hinweg an Bedeutung gewinnt.
Was erleben Mitglieder in den ersten Wochen oder Monaten nach dem Beitritt – gibt es einen Moment, wo sie merken: Das war eine gute Entscheidung?
Wenn ich ehrlich bin, müssen wir hier auch selbstkritisch sein: Aktuell erleben neue Mitglieder in den ersten Wochen und Monaten noch zu wenig aktive Einbindung. Das liegt schlicht an unseren begrenzten Ressourcen – uns fehlt es an Kommunikatorinnen und Kommunikatoren, die neue Mitglieder von Anfang an mitnehmen und einbinden könnten. Unser Alltag ist derzeit stark von der Verwaltung der bestehenden Anlagen geprägt, sodass für eine intensivere Mitgliederbetreuung oft die Zeit fehlt. Das ist aber genau ein Punkt, den wir gerne ändern möchten. Ein Ansatz, den wir dafür im Blick haben, ist beispielsweise ein Workshop im Coconat zum Thema Bürgerenergie, aus dem heraus wir gerne einen Bürgerenergie-Rat für Bad Belzig gründen würden – um Mitglieder von Beginn an aktiver einzubinden und genau diesen ‚Aha-Moment‘ früher und stärker erlebbar zu machen.
Was würdest Du einer Bürgermeisterin oder einem Bürgermeister sagen, die/der überlegt, ob eine Partnerschaft mit eurer Genossenschaft sinnvoll ist?
Zunächst würde ich sagen: Wir sprechen hier nicht nur in der Theorie – Bad Belzig selbst ist Mitglied bei uns, die Stadt kennt die Zusammenarbeit also aus erster Hand. Ich hatte allerdings auch die Erfahrung, dass es nicht immer auf offene Ohren stößt: Ich habe auch andere Bürgermeister und Bürgermeisterinnen von einer Mitgliedschaft zu überzeugen versucht, und sie waren sehr skeptisch. Meine Argumente waren dabei immer dieselben: Zum einen stärkt eine Bürgerenergiegenossenschaft die Verankerung vor Ort – die Bürgerinnen und Bürger identifizieren sich stärker mit ihrer Kommune, weil sie an der Energiewende direkt teilhaben und mitgestalten können, statt dass diese über ihre Köpfe hinweg von externen Investoren umgesetzt wird. Zum anderen ist es für die Kommune selbst ein Vorteil ganz ohne Risiko: Es wird tatsächlich etwas umgesetzt – aber es kostet die Stadt oder Gemeinde nichts. Man muss also kein finanzielles Risiko eingehen, profitiert aber von einer aktiven, lokal verankerten Energiewende vor Ort.“
Die größere Bedeutung von Bürgerenergie
Welche Rolle spielen Bürgerenergiegenossenschaften Deiner Meinung nach für das Gelingen der Energiewende – was können sie, was große Energieversorger nicht können?
Bürgerenergiegenossenschaften spielen meiner Meinung nach eine ganz zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende, weil sie einen Gedanken verkörpern, den große Energieversorger so nicht bieten können: Wir machen das gemeinsam, vor Ort, mit den Menschen, die hier leben. Anders als gängige Meinungen sagen, haben Genossenschaft genügend eigenes Kapital, um auch größere Projekte zu stemmen; das ist überhaupt kein Problem. Der entscheidende Unterschied liegt woanders: Bürgerprojekte sind ideal geeignet, um wirklich transparente Projekte umzusetzen, Vertrauen in die Energiewende aufzubauen und ganz konkret demokratiestiftend zu wirken. Wo große Energieversorger oft anonym und von außen agieren, schaffen wir als Genossenschaft Nähe, Mitsprache und Nachvollziehbarkeit – und genau das braucht es, damit die Energiewende nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich gelingt.
Was hat sich durch Eure Genossenschaft in der Region verändert – auch abseits der reinen Kilowattstunden?
Abseits der reinen Kilowattstunden hat sich vor allem etwas Immaterielles verändert, das ich aber für sehr wichtig halte: Wir haben uns einen Namen gemacht – man kennt uns in der Region und verbindet mit uns konkrete, funktionierende Projekte. Vor allem konnten wir zeigen, dass Bürgerinnen und Bürger tatsächlich in der Lage sind, gemeinsam eine Gesellschaft zu gründen, die Bestand hat, verlässlich arbeitet und langfristig funktioniert. Das ist ein Beweis, der weit über unsere Anlagen hinaus strahlt: Er zeigt, dass die Energiewende nicht zwangsläufig von außen kommen muss, sondern dass Menschen vor Ort selbst die Verantwortung übernehmen und erfolgreich umsetzen können – und das schafft Vertrauen, auf das auch andere Initiativen in der Region aufbauen können.
Was wünschst Du dir für die Zukunft – für Deine Genossenschaft und für die Bürgerenergiebewegung insgesamt?
Für unsere Genossenschaft wünsche ich mir vor allem eine bessere Anbindung an unsere Mitglieder und an die Bürgerinnen und Bürger insgesamt – also mehr echten Austausch, statt nur zu verwalten. Ganz konkret wünsche ich mir ein richtiges Energieteam – mit unterschiedlichen Tiefen und Zuständigkeitsbereichen, in dem klar organisiert ist, wer wofür verantwortlich ist und wie man sich untereinander austauscht. Denn genau das würde es uns ermöglichen, die Energiewende wirklich aktiv zu gestalten, anstatt nur einzelne Aufträge zu vergeben und zu verwalten. Damit einher geht der Wunsch, dass die Vorteile einer Bürgerenergiegenossenschaft insgesamt noch besser abgewogen und sichtbar gemacht werden, gerade auch im Zusammenspiel mit den Stadtwerken, damit das Potenzial, das in so einer BEG steckt, von mehr Menschen und Kommunen erkannt wird. Für die Bürgerenergiebewegung insgesamt wünsche ich mir, dass dieser Gedanke Schule macht: dass immer mehr Menschen erkennen, welches Potenzial in der gemeinsamen, selbstbestimmten Gestaltung der Energiewende steckt.
Wenn Du an jemanden denkst, der sich das Interview ansieht und vielleicht noch nie von eurer Genossenschaft gehört hat – was soll er oder sie auf jeden Fall mitnehmen?
Meine Kernbotschaft: Als Bürger vor Ort kann man viel umsetzen in der Energiewende!“
Gibt es etwas, das Du uns noch sagen möchtest – etwas, das wir nicht gefragt haben, das aber wichtig wäre zu wissen?
Ja, ein Punkt liegt mir tatsächlich noch besonders am Herzen: Ich würde mir wünschen, dass Bürgerenergie beziehungsweise eine echte Bürgerbeteiligung bei allen Energieprojekten verpflichtend wird – nicht als freiwillige Option, sondern als fester Bestandteil. Das schafft nicht zuletzt auch Transparenz: Bürgerinnen und Bürger sollten immer nachvollziehen können, was ein Projekt kostet und welche Rendite damit erzielt wird, anstatt dass diese Informationen im Verborgenen bleiben. Und ganz grundsätzlich möchte ich betonen: Die Energiewende muss sozial gerecht gestaltet werden. Bürgerenergie ist für mich deshalb nicht nur ein Instrument zur Erzeugung erneuerbarer Energien, sondern vor allem auch ein Thema sozialer Gerechtigkeit in der Energieversorgung – und genau das sollte in der öffentlichen Debatte noch viel stärker mitgedacht werden.
Danke für das Gespräch!
