25. Februar 2026
von Dr. Janina Messerschmidt
Interview mit Hanno Pape
Nachhaltigkeitsmanager/Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik (seit 2023) und
stellvertretender Bürgermeister (seit November 2025)
Projekt: PV-Aufdachanlage Rathaus (17,1 kWp)
Ort: Stadt Friedland, Brandenburg

Kurzbeschreibung des Projekts
Projektart: PV-Dachanlage (Photovoltaik)
Standort/Kommune: Rathaus, Stadt Friedland, Brandenburg
Eine Eigenverbrauchsanlage mit 17,1 kWp Leistung auf dem Rathaus in Friedland wurde 2025 durch die Bürgerenergiegenossenschaft BEOS eG umgesetzt. Das Projekt basiert auf einem Anlagenpacht-Modell mit Vor-Ort-Versorgung, ohne eigene Investition der finanzschwachen Kommune. Mehrwert entsteht durch günstigen PV-Strom, Einspeisung von Überschüssen, Dachpachteinnahmen, Maximierung des Eigenverbrauchs und Anreize für E-Mobilität.
Entstehung der Kooperation
Wie kam der erste Kontakt zustande?
Der erste Kontakt entstand auf dem Klimafest 2023 in Beeskow, wo sowohl die Stadt Friedland als auch die BEOS mit Informationsständen vertreten waren. Hanno Pape war in seiner Funktion als Nachhaltigkeitsmanager vor Ort und kam mit Vertretern der BEOS ins Gespräch. Anfänglich ging es um mehrere kommunale Dächer, das Projekt konzentrierte sich schließlich auf die zwei wichtigsten Gebäude (Rathaus und Schule). Die Umsetzung der zweiten PV-Dachanlage auf der Schule ist gerade in der Umsetzung (März 2026).
Warum fiel die Wahl auf eine Bürgerenergiegenossenschaft?
Die Idee einer PV-Anlage existierte bereits seit etwa 20 Jahren, konnte aber mangels Finanzierungsmöglichkeiten und fehlenden Solateuren vor Ort nicht realisiert werden. Die BEOS wurde gewählt, weil sie durch Ehrenamt und Bürgerengagement geprägt ist und kein vorrangiges Profitinteresse verfolgt, sondern aus inhaltlicher Motivation handelt. Diese Haltung sollte bewusst gestärkt werden.
Gab es Alternativen (profitorientierte Entwickler) und warum wurden sie nicht gewählt?
Profitorientierte Unternehmen sind oft professioneller in ihrer Außendarstellung (Hochglanzpräsentationen), jedoch wechseln die Versprechungen häufig, und erst nach Abschluss eines städtebaulichen Vertrags wird klar, was tatsächlich realisiert wird. Bei der BEOS war durch den Genossenschaftsgedanken ein Vertrauensaufbau einfacher; die Motivation der Beteiligten ist transparent und nachvollziehbar.
Prozessverlauf vom ersten Gespräch bis zum Betrieb der PV-Anlage
Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?
Wie gesagt, die Idee existierte bereits seit etwa 20 Jahren, scheiterte aber stets an fehlenden Mitteln und Umsetzern. Der Anstoß zur konkreten Umsetzung erfolgte 2023 durch die Kontaktaufnahme auf dem Klimafest.
Welche politischen Schritte waren notwendig, um das Projekt umzusetzen?
Nach der Kontaktaufnahme wurde eine Präsentation der BEOS im Fachausschuss terminiert, um die kommunalpolitische Ebene zu informieren und frühzeitig in den Entscheidungsprozess einzubinden. Nach dem positiven Votum des Fachausschusses beschloss die Stadtverordnetenversammlung (SVV) die Umsetzung der beiden Projekte mit der größten Außenwirkung für die Stadt und der besten Wirtschaftlichkeit – das Rathaus und die Schule.
Wie lief die Planungsphase ab?
Nach dem positiven Votum der Stadtverordnetenversammlung begann die Phase der detaillierten Abstimmung der Projektparameter. Dazu wurden gemeinsame Vor-Ort-Besichtigungen durchgeführt, um alle relevanten Gegebenheiten – etwa die Anzahl der Zähler, den Leitungsverlauf und die Dachbeschaffenheit – präzise zu erfassen. Anschließend holte die BEOS drei Angebote ein und beantragte die Netzverträglichkeitsprüfung beim Netzbetreiber. Nach der Netzanschlusszusage durch die E.DIS bereitete die BEOS das wirtschaftlichste Angebot auf und stellte es der Verwaltung mit einer Empfehlung vor. Die Verwaltung selbst war in diesem Prozess hauptsächlich für interne Abstimmungen zuständig und wurde dadurch deutlich entlastet.
Wie wurde das Projekt finanziert?
Die Finanzierung wurde vollständig durch die BEOS im Rahmen eines Anlagenpachtmodells mit Vor-Ort-Versorgung übernommen. Die Stadt Friedland ist der BEOS als Mitglied beigetreten. Die Beteiligung an Energiegenossenschaften können als Ausleihungen (Kontogruppe 13) verbucht werden. Sie stellen somit keinen Mittelabfluss dar, sondern werden lediglich buchungstechnisch anders erfasst. Eine Beteiligungen an Energiegenossenschaften bis zu 10.000 € sind vom BbgkVerf §91-100 Wirtschaftliche Betätigung von Kommunen ausgenommen. Hierzu heißt es in einem entsprechenden MIK Rundschreiben:
„Beteiligt sich eine Kommune an einer Bürgergenossenschaft, wie z.B. einer Energiegenossenschaft, vorrangig mit dem Ziel einer symbolischen Unterstützung der Anliegen der Genossenschaft, etwa vor dem Hintergrund, dass die Akzeptanz und das Engagement der Bürger für eine ortsnahe und umweltgerechte Energieversorgung unterstützt und gefördert werden soll, so liegt keine wirtschaftliche Betätigung im Sinne der §§ 91–100 vor. Bei einer Beteiligung von bis zu 10.000 € können die Kommunalaufsichten in der Regel davon ausgehen, dass bei einer solchen Beteiligung keine wirtschaftliche Betätigung vorliegt.“
Rundschreiben MIK Rundschreiben zu den Regelungen der Kommunalverfassung über die wirtschaftliche Betätigung der Kommunen vom 13.November 2013, S.7
Dadurch verringert sich für die Verwaltung der Ausschreibungsaufwand, sie erhält ein Mitspracherecht in den Genossenschaftsversammlungen und schafft zugleich die Grundlage für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort.
Wie verlief die Umsetzung der Anlage?
Nachdem eine Einigung über das Angebot erzielt worden war, konnte mit der Vertragsausgestaltung begonnen werden. Für die Umsetzung waren mindestens zwei Verträge erforderlich: Zum einen ein Vertrag zur Sicherung der Nutzung der Dachfläche für die Installation der PV-Anlage zugunsten der BEOS, zum anderen ein Vertrag, der den Betrieb der Anlage durch die Stadt regelt. Hierfür wurden anwaltlich geprüfte Musterverträge herangezogen und entsprechend angepasst. Nach der Vertragsunterzeichnung erfolgte die Beauftragung der Anlage auf dem Rathaus.
Der gesamte Prozess – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Installation und Inbetriebnahme – dauerte rund 1,5 Jahre, was einer typischen Prozessdauer entspricht.
Wie läuft die die Zusammenarbeit seit dem Start der Anlage?
Seit der Inbetriebnahme sind lediglich die Einrichtung der Überweisungen für die vereinbarten Pachtverträge sowie eine jährliche Analyse der Anlagendaten erforderlich. Darüber hinaus findet weiterhin ein fachlicher Austausch statt, da es im Bereich der Energiewende fortlaufend neue Erlasse und gesetzliche Regelungen gibt.
Die Anlage ist seit 2025 in Betrieb, und wir sind mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden.
Wie war die Rollenverteilung zwischen der Kommune und Genossenschaft?
Die Stadt fungiert als Eigentümerin der Dachfläche des Rathauses und trägt durch politische Beschlüsse in den zuständigen Gremien – dem Fachausschuss und der Stadtverordnetenversammlung – die Entscheidungsverantwortung. Sie ist zugleich Betreiberin der Anlage und Abnehmerin des erzeugten Stroms. Die Koordination innerhalb der Verwaltung sowie die Abstimmung zwischen den beteiligten Fachabteilungen erfolgten durch mich als Nachhaltigkeitsmanager.
Die Energiegenossenschaft BEOS bringt ihre fachliche Expertise in das Projekt ein. Sie übernimmt die Projektentwicklung, Planung und Finanzierung, gestaltet die notwendigen Verträge, holt Angebote ein, führt die Netzverträglichkeitsprüfung durch und ist schließlich für die Beauftragung und den Bau der Anlage verantwortlich. Sie bleibt die Eigentümerin in der PV-Anlage und ist nach Beendigung des Vertragsverhältnisses für den Abbau zuständig.
Welche Phase war für den Projekterfolg besonders entscheidend?
Die Zusammenarbeit war auf politischer Ebene – insbesondere bei der Beschlussfassung – besonders eng und entscheidend für den Erfolg des Projekts. Anschließend ging das Vorhaben in den Verwaltungsalltag über und erforderte nur noch geringen zeitlichen Aufwand. Entscheidend war, dass sich innerhalb der Verwaltung eine engagierte Person des Themas annahm – in diesem Fall mich – dann verlief alles reibungslos.
Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft – Qualität und Besonderheiten
Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft beschreiben?
Offen, ehrlich, auf Augenhöhe, vertrauensvoll.“
Was lief in der Zusammenarbeit mit der Genossenschaft besser als mit profitorientierten Unternehmen?
Der Genossenschaftsgedanke erleichterte von Beginn an den Aufbau von Vertrauen, da die Motivation der BEOS klar und transparent erkennbar war – man wusste, dass das Projekt funktionieren würde, weil die Beweggründe nachvollziehbar und gemeinschaftlich ausgerichtet sind. Im Gegensatz dazu treten privatwirtschaftliche Unternehmen zwar häufig mit professionellen, aufwendig gestalteten Präsentationen auf, ändern jedoch nicht selten ihre Zusagen. Erst nach Abschluss eines städtebaulichen Vertrags wird in solchen Fällen klar, was tatsächlich umgesetzt wird.
Aufgrund des Genossenschaftsgedankens ist es einfacher, Vertrauen aufzubauen.“
Gab es konkrete Situationen, in denen sich die genossenschaftliche Struktur besonders bewährt hat?
Durch die Mitgliedschaft der Kommune in der BEOS konnte die Vergabe direkt erfolgen, ohne dass aufwendige Ausschreibungsverfahren notwendig waren. Gleichzeitig förderte die genossenschaftliche Struktur das gegenseitige Vertrauen und schuf die Basis für eine verlässliche, partnerschaftliche Zusammenarbeit, die auch den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort eine aktive Beteiligung ermöglicht.
Man weiß, dass es funktioniert, weil die Motivation klar ist.“
Herausforderungen und Lösungen
Was waren die wichtigsten Herausforderungen?
Die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung konnte erst nach intensiver Diskussion erreicht werden, da zunächst Bedenken hinsichtlich möglicher Risiken durch Elektrosmog und Brandgefahr ausgeräumt werden mussten. Auch innerhalb der Verwaltung gab es interne Widerstände: Eine neu eingesetzte Kämmerin wollte das Projekt eigenständig übernehmen, was zu teils heftigen Debatten zwischen den beteiligten Fachbereichen führte. Insgesamt zeigte sich, dass der Erfolg des Projekts in hohem Maße von engagierten Einzelpersonen abhängt, deren Einsatzbereitschaft und Überzeugungskraft das Vorhaben letztlich zum Erfolg führten.
Wie wurden diese gelöst?
In den Beratungen der Stadtverordnetenversammlung konnten die bestehenden Vorbehalte nur durch fundierte und überzeugende Argumente ausgeräumt werden. Ausschlaggebend war letztlich, dass das Projekt ohne eigenes Investment der Kommune umgesetzt werden konnte und kein zusätzlicher Aufbau von Fachexpertise innerhalb der Verwaltung erforderlich war. Die entscheidende Überzeugungsarbeit leisteten engagierte Einzelpersonen – insbesondere ich in meiner Funktion als Nachhaltigkeitsmanager sowie aktive Mitglieder der BEOS, die mir mit Fachkenntnissen und Argumenten zur Seite standen. Ich trieb das Vorhaben maßgeblich voran: „Das Thema kam von mir, war mein Thema.“ Das Projekt verdeutlicht, wie wichtig es ist, innerhalb der Verwaltung Menschen zu haben, die Verantwortung übernehmen und ein Thema mit Überzeugung vorantreiben – dann kann es erfolgreich realisiert werden.
Was würde man beim nächsten Projekt anders machen?
Ich würde es wieder genauso machen.“
Wirkung für Kommune und Bürger
Welche konkreten Vorteile bringt das Projekt für die Kommune?
Durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms konnten bereits Einsparungen beim Energieverbrauch erzielt werden. Auch wenn belastbare Vergleichsdaten derzeit noch schwer zu erheben sind, zeigen sich erste positive Effekte deutlich. Zusätzlich profitiert die Kommune von Einnahmen aus der Dachpacht sowie von der Mitgliedschaft bei der BEOS. Darüber hinaus stärkt das Projekt das öffentliche Image der Stadt: Es sendet ein klares Signal, dass Nachhaltigkeit kommunal ernst genommen wird. Ein veröffentlichter Presseartikel trug dazu bei, die Sichtbarkeit und Akzeptanz des Vorhabens in der Öffentlichkeit weiter zu erhöhen. Das Projekt leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und sorgt dafür, dass die wirtschaftliche Wertschöpfung vor Ort bleibt – ein zentraler Aspekt nachhaltiger Entwicklung.
Welchen Nutzen hat das Projekt für die Bürger*innen?
Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, Mitglieder der BEOS zu werden und damit von Gewinnbeteiligungen zu profitieren. Diese Form der direkten Teilhabe stärkt die Akzeptanz für erneuerbare Energien, da die Projekte lokal verankert sind und der Nutzen unmittelbar vor Ort spürbar wird. Durch die genossenschaftliche Struktur entsteht zudem ein hohes Maß an Transparenz und Mitbestimmung, etwa in den regelmäßig stattfindenden Genossenschaftsversammlungen. Darüber hinaus ergeben sich wertvolle Vernetzungseffekte: Der Austausch über neue gesetzliche Entwicklungen, innovative Ideen und der Kontakt zu weiteren Akteuren – wie etwa der Dorfbewegung Brandenburg e. V. – fördern gemeinsames Lernen und die Weiterentwicklung nachhaltiger Energiekonzepte.
Hat das Projekt weitere Aktivitäten oder Folgeprojekte angestoßen?
Das Projekt hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für den eigenen Stromverbrauch zu schärfen. Um die Nutzung des selbst erzeugten Stroms künftig noch besser zu optimieren, wird dieser Aspekt bei zukünftigen Anschaffungen gezielt berücksichtigt. So sollen die beiden derzeitigen Fahrzeuge der Stadtverwaltung in diesem Jahr durch zwei geleaste Elektroautos ersetzt werden. An der Schule ist die Installation einer Klimaanlage geplant, um die Zahl der Hitzefrei-Tage zu verringern und das Lernklima insgesamt zu verbessern. Der Einbau einer Wärmepumpe sowie eines Stromspeichers ist zwar momentan nicht vorgesehen, wird jedoch grundsätzlich in Betracht gezogen. Eine Entscheidung darüber hängt von den Ergebnissen und der konkreten Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung ab.
Die Genossenschaft im Vergleich zu profitorientierten Unternehmen
Welche wichtigen Unterschiede in Entscheidungsprozessen haben Sie im Vergleich zu profitorientierten Unternehmen erlebt?
Profitorientierte Unternehmen treten häufig mit professionellen Präsentationen und Hochglanzbroschüren auf, doch ihre Zusagen ändern sich nicht selten, und erst nach Abschluss eines städtebaulichen Vertrags wird ersichtlich, was tatsächlich umgesetzt wird. Bei der BEOS hingegen sind die Entscheidungsprozesse deutlich transparenter, und die Motivation der Beteiligten ist klar nachvollziehbar – sie orientiert sich inhaltlich am Gemeinwohl statt am finanziellen Gewinn.
Wie sind Risiken und Erträge in dem Projekt verteilt?
Bei der BEOS trägt die Genossenschaft im Rahmen des Anlagenpachtmodells das gesamte Investitionsrisiko. Die Kommune selbst leistet keinen eigenen Kapitaleinsatz, profitiert jedoch durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms, die Einnahmen aus der Dachpacht sowie durch ihre Beteiligung als Genossenschaftsmitglied.
Das Geld ist nur geliehen, nicht ausgegeben – und kostet nichts.“
Wie wirkt sich die genossenschaftliche Struktur auf den Umgang mit Bürger*innen und Kritik aus?
Die genossenschaftliche Struktur erleichtert den Aufbau von Vertrauen erheblich. Bürgerinnen und Bürger können sich direkt beteiligen, besitzen Mitspracherechte in den Versammlungen und profitieren von der lokalen Wertschöpfung. Kritikpunkte – etwa zu Elektrosmog oder Brandgefahr – ließen sich durch transparente Kommunikation und das Fehlen von Profitinteressen überzeugend entkräften.
Erfolgsfaktoren & Botschaften
Was waren aus Ihrer Sicht die 3 wichtigsten Erfolgsfaktoren für das Projekt?
- Offene und ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe – Ein transparenter Austausch zwischen allen Beteiligten fördert gegenseitiges Verständnis und schafft die Grundlage für konstruktive Zusammenarbeit.
- Vertrauensvolle Partnerschaft zwischen Kommune und Genossenschaft – Das Vertrauen in die gemeinsamen Ziele und Arbeitsweisen stärkt die Handlungsfähigkeit und erleichtert Entscheidungsprozesse.
- Gemeinsame Zielorientierung und starke Vernetzung – Regelmäßige Mitgliedsversammlungen sowie der Austausch über neue gesetzliche Entwicklungen und innovative Ideen, beispielsweise in Kooperation mit der „Dorfbewegung“, sorgen für Synergien und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts.
Welchen Rat würden Sie anderen Kommunen geben, die ein ähnliches Projekt planen?
Probiert es aus – es lohnt sich.“
Die Zusammenarbeit mit Bürgerenergiegenossenschaften ist sehr zu empfehlen, da sich Vertrauen leichter aufbauen lässt, die Motivation der Akteure transparent ist und zugleich die lokale Wertschöpfung gestärkt wird.
Gibt es noch weitere wichtige Hinweise oder Ergänzungen, die Sie teilen möchten?
Der Erfolg des Projekts war in hohem Maße von engagierten Einzelpersonen abhängig – sowohl in der Verwaltung als auch in der Genossenschaft. Entscheidend ist, in der Verwaltung Menschen zu finden, die sich das Thema zu eigen machen und es konsequent vorantreiben; gelingt dies, können Prozesse reibungslos laufen. Die Mitgliedschaft der Kommune bei der BEOS bietet dabei mehrere Vorteile in der Vergabe. Zugleich entstehen wertvolle Vernetzungseffekte, etwa durch den Austausch zu neuen gesetzlichen Entwicklungen und Ideen oder durch Kontakte zu weiteren Akteuren wie der Dorfbewegung, was die kommunale Energie- und Klimaarbeit langfristig stärkt. Insgesamt setzt das Projekt ein wichtiges Signal im Rahmen der 17 Nachhaltigkeitsziele und trägt dazu bei, die Wertschöpfung in der Region zu halten und so eine nachhaltige Entwicklung vor Ort zu fördern.
